"Ein frei denkender Mensch bleibt nicht da stehen,

wo der Zufall ihn hinstößt."

- Heinrich von Kleist -

hochsensitiv

(hochsensibel)

die emotionale Begabung begreifen

Zur Klarstellung: Im weiteren spreche ich von Hochsensitivität und nicht von "Hochsensibilität", weil der Begriff "Hochsensitivität" die emotionale Begabung umfänglich beschreibt, denn er umfasst alle Eigenschaften dieses emotionalen Begabungsspektrums – nicht nur die sensorische. 

 

DENN längst nicht alle Menschen, die lediglich durch Geräusche, kratzende Pullover oder Gerüche ... getriggert werden, sind HSP.

Kommen nicht noch weitere Eigenschaften der emotionalen Begabung hinzu, sind sie normal sensibel und einfach überreizt.

 

Der Begriff "Hochsensitivität" hingegen umfasst über die sensorische Reizoffenheit hinaus auch die anderen so wichtigen Aspekte einer emotionalen Begabung, wie z.B. eine feine und umfängliche Wahrnehmungsfähigkeit oder die tiefe und komplexe Verarbeitung von Eindrücken aller Art, um nur zwei Eigenschaften zu nennen. 

 

In meinen Weiterbildungen und Vorträgen gehe ich natürlich ganz ausführlich darauf ein.

An dieser Stelle möchte ich aber ein kurzen Überblick über die Systematik geben: 

Wissenswertes in Kürze

Es gibt bei allen höheren Lebewesen, also auch bei uns Menschen, unterschiedliche Ausprägungen von Begabungen. Dazu gehört neben der allgemein bekannten kognitiven Hochbegabung (als IQ messbar) auch die emotionale Begabung, die Hochsensitivität (auch Hochsensibilität oder Neurosensitivität). Leider existiert derzeit noch keine Möglichkeit, sie skalierbar zu testen. Die Wissenschaft steckt diesbezüglich immer noch in den Kinderschuhen. Neueste Studien ergeben aber, dass Hochsensitivität einer Normalverteilung innerhalb der Bevölkerung entspricht. 

 

Ungefähr ein Drittel aller Menschen besitzen demnach eine emotionale Begabung.

 

UND: Menschen mit einer emotionalen Begabung gab es schon immer, wie Sokrates, da Vinci oder Einstein, um nur einige zu nennen, es beweisen. Und dafür braucht es de facto keine Diagnose, denn Hochsensitivität ist ein Persönlichkeitsmerkmal und keine Disposition.

 

ÜBRIGENS: Auch im Tierreich gibt es in jeder Gruppe hochsensitive Tiere. Sie sorgen als "Warner vor Gefahr" für den Fortbestand der Art. Von Natur aus sind Hochsensitive also die "Antennen" der Gemeinschaft und verfügen deshalb über geschärfte Sinne und eine tiefere, komplexere Wahrnehmung – nicht mehr aber auch nicht weniger.

 

Hochsensitiv zu sein, ist nichts furchtbar Besonderes und auch nichts Schlimmes, sondern ist in der westlichen Gesellschaft lediglich zu einer immensen Herausforderung geworden. Reizüberflutung, übermäßiger Zeit- und Leistungsdruck, zunehmend als sinnlos empfundene Tätigkeiten sowie die Komplexität und Schnell-Lebigkeit des Alltags nehmen ständig zu. Eine latente Aggression in Form von "ausgefahrenen Ellenbogen" gehören zum täglichen Leben dazu. All das läuft zu den Bedürfnissen und Werten hochsensitiver Menschen und dem Wunsch nach einer rücksichtsvollen und mitmenschlichen Lebensweise konträr.

 

Hochsensitive Menschen spüren die allgemeine Entfremdung von ethischen Werten in der Gesellschaft sehr genau und können nicht begreifen, warum ihre Mitmenschen so falschen Idealen wie Macht und materiellem Reichtum nachjagen. Sie fühlen sich deshalb fremd und unverstanden. Aufgrund ihrer Sehnsucht nach Zugehörigkeit, neigen hochsensitive Menschen jedoch dazu, sich zu verstellen und verleugnen ihre wirklichen Ideale. Das löst tiefe innere Konflikte aus.

 

Dem eigenen Gefühl zu vertrauen und die persönlichen Bedürfnisse ernst zu nehmen, egal, was die normal- bis mindersensitiven Mitmenschen reflektieren, ist deshalb von großer Wichtigkeit für Menschen mit einer emotionalen Begabung. Denn ihre Empfindungen und Werte sind keinesfalls Defizite. Sie müssen sie vielmehr als wertvolle Ressourcen für sich verstehen, mit der sich im weiteren sogar ein gesellschaftlicher Wandel vollziehen lässt.

 

Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, wie wichtig und ermutigend die Auseinandersetzung mit dieser Gabe ist. Frieden zu schließen mit der eigenen Wahrnehmung und für die persönlichen Bedürfnisse Akzeptanz aufzubauen, führt zu einem selbstwirksamen und zufriedenen Leben. Es ist nicht immer leicht, der eigenen Intuition zu folgen, aber je selbstverständlicher man damit nach außen tritt, desto häufiger wird man Dankbarkeit und Anerkennung erfahren. Eine kleine Portion Mut und etwas Gelassenheit sind in diesem Zusammenhang wertvolle Wegbegleiter.

 

Hochsensitive Menschen dürfen und müssen zu ihren Werten stehen und entgegen ihrer oft zurückhaltenden Natur, Stellung beziehen. Wenn nicht jetzt, wann dann können wir Aufklärer, Ideengeber und Vordenker sein.


emotional begabte Kinder

Hochsensitive Kinder brauchen dreierlei: frei gestaltbaren Handlungsspielraum, Augenhöhe und Struktur. Umgangssprachlich würde man hier wohl von "der langen Leine" sprechen. Jedoch geht die Begleitung dieser Kinder weit darüber hinaus. Ihr gesamtes soziales Umfeld (Familie, Pädagogen...) brauchen vor allem Achtsamkeit, um diesen Kindern das Fundament für ein gutes und selbstwirksames Leben zu vermitteln. Oft sind sie nämlich kritische Aufrührer, hinterfragen, suchen die Konfrontation und wirken überheblich, andererseits sind sie aber auch still, verletzlich, scheu und manchmal ängstlich und dann wieder gibt es die Momente, in denen sie fantasievoll, ideenreich, tiefsinnig und anrührend sind. Ihren Gedankengängen zu folgen, fällt oft nicht leicht, wenn es aus ihnen heraussprudelt. Doch wir Erwachsene müssen uns darauf (natürlich im gewissen Rahmen) ernsthaft und wohlwollend einlassen, denn diese Kinder brauchen den Austausch und ihre Gedanken sind oft wertvolle Impulse für eigene neue Sichtweisen und wir sollten ihnen dafür dankbar sein, dass sie sie uns eröffnen. Auch wenn sie vielleicht fünf Minuten später aus dem Nichts heraus wutentbrannt mit Türen knallen oder unvermittelt in Tränen ausbrechen ... all das gehört dazu, wenn man hochsensitives Kind ist.

 

Toleranz, Gelassenheit und Zuneigung - genau genommen sogar bedingungslose Liebe - sind wohl die besten Haltungen, um diese Kinder stärkend ins Erwachsenwerden zu begleiten. Anderenfalls drohen leider allzu schnell Traumata oder psychische wie physische Dispositionen.

Weiterbildungen und Trainings

Für Pädagogen aber auch in Unternehmen kann die Auseinandersetzung mit den Merkmalen und Fähigkeiten, die eine emotionale Begabung mit sich bringt, eine wertvolle Ressource sein. Egal ob es um die Förderung sensibler (manchmal schüchterner, in sich gekehrter oder herausfordernder und unangepasster)Schüler oder das Erkennen von "Hidden Talents" geht – hochsensitive Menschen sind das Potential für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft. Sie können, richtig gefördert, Wegbereiter im guten Sinne sein.

 

Weiterbildungs- und Trainingsformate für Pädagogen, Kids & Teens u.a., die nicht nur über das Phänomen Hochsensitivität als emotionale Begabung aufklären, sondern auch HSP gezielt trainieren findest du hier:

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