Hochsensitivität / Hochsensibilität - Didaktik und Systematik im Hinblick auf das Vorliegen einer emotionalen Begabung für Pädagogen, Schüler und Unternehmen, Hamburg - bettinawistuba.de

hochsensitivität


Zur Klarstellung: Ich spreche an dieser Stelle deshalb von Hochsensitivität und nicht von "Hochsensibilität", weil der Begriff "Hochsensitivität" weitergeht als der Begriff der "Hochsensibilität", denn er umfasst alle Eigenschaften des emotionalen Begabungsspektrums – nicht nur die sensorische. DENN längst nicht alle Menschen, die lediglich durch Geräusche, kratzende Pullover oder Gerüche ... getriggert werden, sind HSP. Kommen nicht noch weitere Eigenschaften hinzu, sind sie normal sensibel, aber einfach überreizt. Der Begriff "Hochsensitivität" hingegen umfasst über die sensorische Reizoffenheit hinaus auch die anderen so wichtigen Aspekte einer emotionalen Begabung, wie z.B. die tiefe und komplexe Verarbeitung von Eindrücken aller Art, um nur einen zu nennen. In meinen Weiterbildungen und Vorträgen gehe ich natürlich ganz ausführlich darauf ein. An dieser Stelle möchte ich nur ein kurzen Überblick über die Systematik geben: 

Wissenswertes über die emotionale BEGABUNG

Es gibt bei allen höheren Lebewesen, also auch bei uns Menschen, unterschiedliche Ausprägungen von Begabungen. Dazu gehört neben der allgemein bekannten kognitiven Hochbegabung (als IQ messbar) auch die emotionale Begabung, die Hochsensitivität (auch Hochsensibilität oder Neurosensitivität). Leider existiert derzeit noch keine Möglichkeit, sie skalierbar zu testen. Die Wissenschaft steckt diesbezüglich immer noch in den Kinderschuhen. Neueste Studien ergeben aber, dass Hochsensitivität einer Normalverteilung innerhalb der Bevölkerung entspricht. Ungefähr ein Drittel aller Menschen besitzen demnach eine emotionale Begabung.

 

UND: Menschen mit einer emotionalen Begabung gab es schon immer, wie Sokrates, da Vinci oder Einstein, um nur einige zu nennen, es beweisen. Und eigentlich braucht es dafür keine Diagnose.

 

ÜBRIGENS: Auch im Tierreich gibt es in jeder Gruppe hochsensitive Tiere. Sie sorgen als "Warner vor Gefahr" für den Fortbestand der Art. Von Natur aus sind Hochsensitive also die "Antennen" der Gemeinschaft und verfügen deshalb über geschärfte Sinne und eine tiefere, komplexere Wahrnehmung – nicht mehr aber auch nicht weniger.

 

Hochsensitiv zu sein, ist nichts furchtbar Besonderes und auch nichts Schlimmes, sondern ist in der westlichen Gesellschaft lediglich zu einer immensen Herausforderung geworden. Reizüberflutung, übermäßiger Zeit- und Leistungsdruck, zunehmend als sinnlos empfundene Tätigkeiten sowie die Komplexität und Schnell-Lebigkeit des Alltags nehmen ständig zu. Eine latente Aggression in Form von "ausgefahrenen Ellenbogen" gehören zum täglichen Leben dazu. All das läuft zu den Bedürfnissen und Werten hochsensitiver Menschen und dem Wunsch nach einer rücksichtsvollen und mitmenschlichen Lebensweise konträr.

 

Hochsensitive Menschen spüren die allgemeine Entfremdung von ethischen Werten in der Gesellschaft sehr genau und können nicht begreifen, warum ihre Mitmenschen so falschen Idealen wie Macht und materiellem Reichtum nachjagen. Sie fühlen sich deshalb fremd und unverstanden. Aufgrund ihrer Sehnsucht nach Zugehörigkeit, neigen hochsensitive Menschen jedoch dazu, sich zu verstellen und verleugnen ihre wirklichen Ideale. Das löst tiefe innere Konflikte aus.

 

Dem eigenen Gefühl zu vertrauen und die persönlichen Bedürfnisse ernst zu nehmen, egal, was die normal- bis mindersensitiven Mitmenschen reflektieren, ist deshalb von großer Wichtigkeit für Menschen mit einer emotionalen Begabung. Denn ihre Empfindungen und Werte sind keinesfalls Defizite. Sie müssen sie vielmehr als wertvolle Ressourcen für sich verstehen, mit der sich im weiteren sogar ein gesellschaftlicher Wandel vollziehen lässt.

 

Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, wie wichtig und ermutigend die Auseinandersetzung mit dieser Gabe ist. Frieden zu schließen mit der eigenen Wahrnehmung und für die persönlichen Bedürfnisse Akzeptanz aufzubauen, führt zu einem selbstwirksamen und zufriedenen Leben. Es ist nicht immer leicht, der eigenen Intuition zu folgen, aber je selbstverständlicher man damit nach außen tritt, desto häufiger wird man Dankbarkeit und Anerkennung erfahren. Eine kleine Portion Mut und etwas Gelassenheit sind in diesem Zusammenhang wertvolle Wegbegleiter.

 

Hochsensitive Menschen dürfen und müssen zu ihren Werten stehen und entgegen ihrer oft zurückhaltenden Natur, Stellung beziehen. Wenn nicht jetzt, wann dann können wir Aufklärer, Ideengeber und Vordenker sein.



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Für Pädagogen aber auch in Unternehmen kann die Auseinandersetzung mit den Merkmalen und Fähigkeiten, die eine emotionale Begabung mit sich bringt, eine wertvolle Ressource sein. Egal ob es um die Förderung sensibler (manchmal herausfordernder und unangepasster)Schüler oder das Erkennen von "Hidden Talents" in Unternehmen geht – hochsensitive Menschen sind das Potential für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft. Sie können richtig gefördert Wegbereiter im guten Sinne sein.

 

Im MIND.LAB findest du für Pädagogen und Schüler sowie für Unternehmen verschiedene Weiterbildungs- und Trainingsformate, die nicht nur aufklären sondern auch gezielt trainieren.


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