Warum Meditation?


Die Vipassana- oder Einsichts-Meditation – Theorie & Praxis


Unabhängig von jeglichen buddhistischen Inhalten werden im MBSR-basierten Achtsamkeitstraining (MBSR = Mindfulness-Based Stress Reduction) Elemente von Vipassana zur Behandlung von Stress-Symptomen schon seit Mitte der 80er Jahre erfolgreich angewendet. Entwickelt wurde diese Art des Mental-Trainings von Jon Kabat-Zinn in den USA. Inzwischen ist die medizinische Wirkung durch Studien hinreichend belegt.

 

Kabat-Zinn erkannte, dass die Meditationsform des Vipassana auf pragmatische Art und Weise in die tiefere Einsicht und zur Lösung alter Denkmuster führt. Deshalb wird diese Form der Meditation auch als Einsichts-Meditation bezeichnet. Sie ist völlig losgelöst von Glaubensrichtungen, metaphysischen und spirituellen Theorien und Philosophien und deshalb besonders gut für die westliche Lebensart geeignet.

 

In der Meditationspraxis geht es allein darum, blockierende Denkmuster aufzulösen. Erst danach gelangt man, mit der entsprechenden Reife, zur richtigen Einsicht und letztendlich vielleicht sogar zur Erleuchtung. Doch zunächst muss der Geist von allen bisherigen Erkenntnissen befreit werden. 

 

In der Vipassana-Meditation wird durch bestimmte Techniken versucht, den Wiedererkennungsprozess, also das (automatische) Bewerten, auszuschalten. Im Grunde geht es immer darum, durch Achtsamkeit zur richtigen Einsicht zu gelangen.

 

Der Fokus während der Meditation wird als Ankerpunkt auf den Atem sowie auf das Erspüren des eigenen Körpers gelegt.

Die Atem-Meditation.


Durch die Achtsamkeit auf den Atem bzw. auf bestimmte Körperteile während des Atmens, soll der Geist von Zusammenhängen und Benennungen losgelöst werden. Als Anker für die Atembetrachtung werden einmal das Gefühl der ein- und ausströmenden Atemluft an den Nasenlöchern genannt, als weiterer Anker, die Empfindung der Atembewegungen im Brust- und Bauchraum.

Der Bodyscan.


Am weitesten verbreitet ist jedoch der technische Ansatz des „In den Körper Hineinkommens“. Es ist eine systematische Empfindungsbeobachtung der einzelnen Körperteile. Die Übung geht über die körpergerichtete Bewusstheit. Der ganze Körper wird mit der Aufmerksamkeit innerlich abgetastet. Mit jeder Stufe um eine Sinneswahrnehmung verfeinert, bis letztendliche alle Anhaftungen und Zwänge durch die körperliche Erfahrung aufgelöst sind.

Das Meditations-Training.


Als Meditations-Anfänger fühlt man sich oft vor einem riesigen Berg, den man doch nie erreichen wird, oder nur in 10 und mehr Jahren. Diese Annahme ist falsch. Schon nach 8 Wochen Meditationspraxis werden Stresszustände spürbar abnehmen und Angstzustände gemildert werden. Als Beweis dafür fand man bei Praktizierenden strukturelle Veränderungen in der Amygdala (dem sogenannten Mandelkern, unserem Zentrum für die Einordnung von Gefahren). Auch negative Emotionen liessen nach 8 Wochen Meditation nach.

Die Vorteile des Meditierens im Überblick.


  • Bessere Verbindung der einzelnen Gehirnfunktionen (Dadurch: bessere Konzentration und Aufmerksamkeit)
  • Bessere Fokussierung und Strukturierung der Gedankenfülle
  • Weniger Schlafstörungen und gesünderer Schlaf (D.h. weniger Müdigkeit tagsüber,
    Nachlassende innere Spannungen, Gereiztheit)
  • Erlangung von Gelassenheit
  • Verbesserung der Leistungs- & Lernfähigkeit (Bereits nach 30 Tagen regelmässiger Meditationspraxis konnte man eine Steigerung des IQ Wertes bei den Probanden feststellen.)
  • Günstige Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System (niedrigere Pulsfrequenz, bessere Sauerstoffaufnahme, geringere Krankheitsanfälligkeit)
  • Günstige Auswirkungen auf psychischen Krankheiten (besonders bei Depressionen, Phobien und ADHS)
  • Reduzierte Schmerzempfindlichkeit 
(Wissenschaftler stellten bei regelmäßig Meditierenden ein 30% bis 40% geringeres Schmerzempfinden fest.)