Achtsamkeit

gelassen und flexibel sein

Mit zunehmender Achtsamkeit reduzieren sich gewohnheitsmäßige, automatische und unbewusste Reaktionen auf das gegenwärtige Erleben. Das führt zu einem hohen Maß an selbstbewusstem, situationsadäquatem und authentischem Handeln. Das negative Stressempfinden wird dadurch nachhaltig reduziert. Denn der Praxis der Achtsamkeit liegt ein klarer Bewusstseinszustand zugrunde, der es erlaubt, Erfahrungen im gegenwärtigen Moment, also im Hier und Jetzt vorurteilsfrei zu registrieren und zuzulassen.

Welche Wirkung hat die Praxis der Achtsamkeit?

Eine achtsame Haltung bewirkt die Einsicht, dass das eigene Empfinden von Glück und Lebensfreude nicht von äußeren Bedingungen abhängt. Die Entwicklung eines klaren, stabilen Geistes bewirkt, immer - also auch in schwierigen/stressigen Lebenssituationen - mit der Kraft der inneren Ressourcen verbunden zu sein und daraus Gelassenheit und mentale Stärke zu ziehen. Nach und nach stellt sich eine flexiblere Denk- und Lebensweise ein. Der Geist wird offen für Impulse von außen, die nun nicht mehr einfach bewertet sondern neutral beobachtet werden, denn kein Moment gleicht dem anderen und auch die Erfahrungen, die man in bestimmten Momenten macht, sind nie die gleichen. Öffnet man sich der Situation, ermöglicht dies, neue Erfahrungen zu machen und dadurch reaktive und blockierende Denk- und Handlungsmuster zu durchbrechen. 

 

Damit wird der Weg frei für eine offene, kreative und flexible Denkweise. Es wird nicht mehr an Altem und Gewohntem festgehalten, sondern es stellt sich eine hinterfragende, neugierige Haltung ein. Der Blick richtet sich nicht mehr Hindernisse und Grenzen sondern auf Potentiale und Möglichkeiten. Die allgemeine Haltung wird lösungsorientiert und prozessoffener. Der Weg ist nun frei für Kreativität und Flexibilität.

Die Wirkungen im Einzelnen

  • Du bekommst ein klareres Verständnis bezüglich deiner selbst und hinsichtlich deines eigenen Lebens
  • Du findest Zugang zu deinen inneren Ressourcen und bist zunehmend in der Lage, selbstgesteckte Grenzen zu erweitern
  • Dein Geist erfährt Beruhigung und Stabilisierung: Du wirst nicht mehr von Gedankenschleifen „aufgefressen“
  • Du fühlst dich psychisch-emotionalen Belastungen, Stress-Situationen und widrigen Lebensumständen besser gewachsen
  • Du entwickelst eine Impulskontrolle: Du bist nicht mehr so oft aufbrausend oder wütend, lethargisch oder euphorisch
  • Du wirst ausgeglichener
  • Du erwirbst eine höhere Konzentration- und Leistungsfähigkeit
  • Du wirst mit dir selbst geduldiger und akzeptierst dich besser
  • Du lenkst negative Emotionen in sinnvolle Kanäle
  • Du bist weniger ängstlich und seltener deprimiert
  • Du lernst, selbstbestimmter und selbstbewusster zu handeln
  • Du lernst, freundlich aber bestimmt Grenzen zu setzen
  • Du entwickelst mehr Zuversicht, Gleichgewicht, Stabilität, Souveränität und Lebensfreude und behältst diese auch angesichts schwieriger Situationen oder Lebensumstände

Woher stammt eigentlich die Praxis der Achtsamkeit?

Die Achtsamkeitspraxis hat ihre Wurzeln in der zweieinhalbtausend Jahre alten „Satipatthana-Sutra“ der buddhistischen Lehren. Jedoch hat sie so, wie sie heute im Training praktiziert wird, keinen religiösen Bezug. Hier geht es lediglich darum einen neue innere Haltung zu entwickeln und alte Denkmuster zu überschreiben.

Achtsamkeitspraxis bei mentaler Erschöpfung und Burnout

Der amerikanische Medizinprofessor Jon Kabat-Zinn erkannte in den 70iger Jahren den Wert der Achtsamkeitspraxis in Bezug auf Stressbewältigung und -prävention. Er entwickelte 1979 aus den darin enthaltenen Meditationen und Übungen ein systematisches, medizinisches Programm zur Stressbewältigung, das als MBSR-Training (Mindfulness-Based Stress Reduction = Stressbewältigung durch Achtsamkeit) bekannt ist. Inzwischen wissenschaftlich anerkannt, bildet es inzwischen eine wichtige  Säule für eine umfassende, gesunde Lebensführung.

Ist die Achtsamkeitspraxis wissenschaftlich fundiert?

An der Universität Massachusetts wurde die Praxis der Achtsamkeit in den vergangenen 30 Jahren umfassend wissenschaftlich erforscht. Inzwischen gibt es darüber hinaus zahlreiche Studien, die die mentale Wirksamkeit der Achtsamkeitspraxis belegen.